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Friedrich Wilke kommt aus seiner Villa [Pos 1], betüdelt die Blumen auf dem Sims und wandelt genießerisch atmend auf die Bank unter dem Fabrikhof-Baum. Enkeltochter Elisabeth kommt (seilspringend?)von [Pos 4] zu Friedrich Wilke.
ELISABETH: Großvater?
FRIEDRICH: Hmm?
ELISABETH: Was tust du hier?
FRIEDRICH: Ich habe mich ein wenig umgesehen und dann ausgeruht. Hier gibt es doch eine Menge zu entdecken. (ausladende Handbewegung)
ELISABETH: Eine Menge zu entdecken? (Hüpft auf und schaut sich kurz um) Das sieht doch aus wie immer. (Zeigt mit dem Finger) Hier der Hof - da der Garten - dort drüben die Fabrik, wo die Maschinen klappern - alles wie immer.
FRIEDRICH: Ach Kind, schau mal vor dich auf die Erde und du entdeckst ganz viele kleine Tiere. Sieh dir die Rinde der Bäume an, wie vielfältige Formen und Linien findest du da. Und lausche aufmerksam in den Raum - ist da wirklich nur der Lärm der Maschinen?
Der Kutscher Martin nähert sich aus [Pos 7]
ELISABETH: Aber auf Dauer wird das doch alles langweilig. Erzähl mir lieber eine lustige Geschichte. Am liebsten die von deinem Vater. wo er aus einem Kaninchen einen Hut gezaubert hat.
Der Kutscher Martin ist ehrfürchtig neben die beiden getreten und hört den letzten Satz:
MARTIN: Du meinst, wie er aus einem Hut ein Kaninchen gezaubert hat.
ELISABETH: (schüttelt besserwisserisch den Kopf) Nein. Urgroßvater hat aus einem Kaninchen einen Hut gezaubert.
Lächelnd erhebt sich Friedrich Wilke.
FRIEDRICH: Nein, nein, ihr habt beide nicht Recht. Aus Schafen hat mein Vater den Hut gemacht. Also gut - ich werde dir die Geschichte noch einmal erzählen. Aber erst wäscht du dir die Füße gründlich und ziehst dein Schlafhemd an (wendet sich zum Kutscher; Elisabeth wetzt die Freitreppe hoch. Frieda zieht jetzt ein Bett hervor, schüttelt Kissen und Decke auf und geht wieder ab.)
FRIEDRICH: Martin, was war heute Nachmittag mit Dir, dass du dich so verspätet hast?
MARTIN: (schulterzuckend) Es gab Probleme beim Verladen der Kisten. Ihr Cousin hatte seine ältesten Pferde geschickt, weil seine feurigen Gäule noch einen Umzug machen mussten.
FRIEDRICH: (seufzend) Der mit seinen Umzügen. Wird er wohl nie die Nase davon voll haben, den Krempel anderer Leute durch die Gegend zu karren. Abends beschwert er sich über seinen Rücken, morgens buckelt er wieder, dass man es gar nicht mit ansehen kann. Ist gut, Martin, du kannst auch Schluss machen. Ich brauche dich heute nicht mehr. Vergiss nicht, dass du morgen noch nach dem Wagen schauen musst.
MARTIN: Ja Herr Geheimrat. Gute Nacht. (Verbeugung und über [Pos 4] ab; Friedrich nickt als Verabschiedung. Elisabeth kommt im Nachtzeug zurück (wenn sie in der Tür sichtbar wird Musik an), Teddy im Arm, Hausschuhe. Friedrich sieht ihr entgegen.)
(kommt dabei die Treppe herunter)
FRIEDRICH: Also hör zu. (deckt Elisabeth zu) Es ist schon lange her, als das alles geschah. Wo fang ich denn an? Zuerst sollte man wissen, wie das bei uns zu Hause zuging. Wir waren arm. Aber Vater war stolz auf seinen Beruf, und er war ein guter Hutmacher. Aber trotz alle Mühen gab es immer wieder Rückschläge im Geschäft. An einen bestimmten Tag erinnere ich mich noch genau...
Ende Szene A 1
Webmaster - 2003-08-19