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Preistafel: | gutes Weißbier 6 Pf pro Flasche
Lagerbier 7 Pf pro Seidel Schwarzer ungesüßter Kaffee 1,5 Pf pro 0,5 l |
Die Preistafel ist gut sichtbar anzubringen.
Die Chorleute bauen sich ein gaststättenähnliches Vereinszimmer auf, Brautpaar wird in die Mitte genommen. Etwas abseits steht ein gerade ausgelernter Bube. Der Chorleiter Hansjürgen kommt zackig auf die Bühne:
HANSJÜRGEN: Ruhe! Die Sänger des Chores “Deutsche Eiche” grüßen sich wie immer mit dem Vereinslied: Stimmt an – mi-mi-mi
Was störts die Deutsche Eiche,
wenn sich die Sau dran wetzt?
HANSJÜRGEN: Ich sehe ein Brautpaar. Vortreten! Wer heiratet ist selbst dran schuld! So soll euch unser neues Lied ein Leben lang nacheilen. Wenn's euch erreicht hat, ist es Zeit für Kinder, höhö! mi-mi-mi, fuchtelt danach nur hilflos herum
HANSJÜRGEN: Setzen. Aber leise, wenn ich bitten darf. Und benehmt euch ja, wir haben 1. Zuschauer und 2. sind Kinder unter ihnen. Die sehen alles. Ich sehe auch etwas: einen Jung-Gesellen. Vortreten. Ach der Müller, Jens! Das gibt eine Saalrunde...
Hutarbeiter: ... hat sich mit 150 Mark von einem Lehrjahr freigekauft.
HANSJÜRGEN: Da ist wohl Geld im Hause? Nein? Also Hutsprung!
Die Chorsänger legen ihre Hüte übereinander. Darunter baut man ein Brett mit einer Rollen auf, so dass Jens unter Garantie die Hüte umreißt. Inzwischen lenkt der Chorleiter ab.
HANSJÜRGEN: Hör zu. Ist ganz einfach. Drei Schritte Anlauf – dann springst du über den Haufen. Wenn der Hutstapel umfällt, ist die Saalrunde fällig, wenn nicht – Glück gehabt.
Jens macht den Sprung und reißt natürlich. Jubel im Chor
Chor: Saalrunde –Saalrunde – Saalrunde ... (Serviererinnen bringen Krüge mit Bier und Gläser mit Korn)
HANSJÜRGEN: Ruhe! Erst die Zeremonie! Wo ist das Gesellenstück? Muss ja jeder sehen können, ob er was taugt. Was hat der Bürgermeister dazu gesagt?
Jens: Wollte gleich eine Projektteam bilden. Nach Abarbeitung des Maßnahmenkatalogs “Hutpromenade” und unter Ausnutzung aller nicht zugeteilter Fördermittel hat er den Hut seinem kundenorientierten Management-Flow gezeigt. Auch dort wurde entschieden, die Maßname nach ZIS und ZAK zu unterscheiden und auf dem abgekürzten Verwaltungsweg durch das Service-Center an den Verursacher des Hutmoduls zurückzuleiten!
HANSJÜRGEN: Verhutet und verkrempelt - was die in 100 Jahren für einen Mist reden!
Wo ist die Innungslade? Die Kerzen? Muss ich euch alles einzeln aufsagen? Röcke und Hemden zuknöpfen! (Innungslade (spätere Truhe aus dem Museum) und Kerzen werden hereingebracht)
Mit Gunst, Anwesende, hat der Eine oder die Andre etwas gegen den jungen Gesellen vorzubringen? Wer was weiß, melde sich nicht zu früh und nicht zu spät, sonst schadet er sich selbst.
Pause, Blick in die Runde, dann Wenn keiner nichts vorzubringen hat, dann habe ich was: Hinterlege dein Einstandsgeld!
Nachdem Jens einen Beutel mit Geld abgelegt hat, tritt ein weiterer Arbeiter aus dem Chor, legt Jens eine Hand auf die Schulter und sagt:
Arbeiter 2: Willst du tun, was ich dir sage, so sprich “Ja”
Jens: Ja!
Arbeiter 2: Ziehe deine Bubenschuhe aus und die Gesellenschuhe an. Gib das deine und fordere das deine. Bring nichts Gutes ab und nichts Schlechtes auf, damit dein Lehrmeister und die Gesellen, auch deine Eltern, eine Freude an dir erleben.
Alle erheben sich mit einem Glas in der Hand und stoßen an:
Arbeiter 1: Prost Bruder auf Du und Du, von Ostern bis Pfingsten bin ich dein Meister und du mein Geselle oder du mein Meister und ich dein Geselle. Prost!
Alle trinken auf ex, nur Jens hat noch sein Glas halbvoll. Alle halten die Gläser verkehrt herum, der Chorleiter stimmt nochmals an: mi-mi-mi
Witz, Witz, wie der Wind weht
Schwarz, Schwarz, wie der Hahn kräht.
Er hat nicht ausgetrunken
Er trinkt in aller Ruh!
Ende Szene B 3 Szenenblock B Pause
Webmaster - 2003-08-19